Blume aus dem Gemeindebau

oder .. I bin hoid a Weana und kau nix dafia ²[Übersetzung am Ende ;)]

Mei Onkel, der hots nu gredt, des scheene Weanerische, kloa is des vom Mundl a weanerisch, oba daham hobn wir des net so gredt.
Heit nu stödts ma die Schuach auf, waun i so verwoardackeltes Hochdeitsch hear z’Wean. Des klingt daun so: Komm halt her!.

Kloa, in dera Stodt wohnen boild mehr net-Weana wia Weana und die neichn – die Zugrastn -die lernan von da Werbung und vun die neichn Gschäfta. Do muaß da klaane Braune aussterbn und da Espresso is do. Die Melange wird zum LatteMacciato- so ois ob Venedig immer nu zu Österreich ghearn datat.

Aunderseits mog is a liaba, waun ma zu an Kaffee im Papierstanitzel net großer Brauner sogt, wei wia schmeckt den a Kaffee, denst mitten unterm Geh trinken muaßt?

Zu an Kaffee setzt ma sie nieda, zinnt sie ana au und hod die gaunze Zeit von da Wöild. Ob des heit nu politisch korrekt is oda nat, is mia daun sowas von wurscht.

Drum lese i so gern beim Herrn Dr. Seicherl. Der hoidt nu wos auf mei Sproch – die i so nimma redn kau, weil mi sunst die Gscherrtn am Laund wo i jetzt wohnen tua nimma verstäh tuan.

I mog die Wikipedia jo net, oba sowas les i sehr gern.


² Übersetzung für alle Nicht-Wiener

Die Blume aus dem Gemeindebau – ist ein Lied von Ambros und beschreibt seine Liebe, die in einem Wiener Gemeindebau daheim war.

Ich bin Wienerin und stolz darauf.

Mein Onkel, der sprach noch das alte Wienerisch, nicht das von der bekannten Fernsehserie *Mundl*, denn so wurde auch bei mir Daheim nie gesprochen. Die leichte Faddess im Reden ward meinem Onkel anheim, der Mundl, der zieht jedes Wort in die Länge und hat einen proletatischen Unterton drin, dieser war bei mir Daheim fremd.

Heutzutage versuchen einige Hochdeutsch zu reden, doch sie orientieren sich nicht am Burgtheaterdeutsch, sondern verballhornen die Mundart, dies klingt dann so:Komm halt her!

Sicherlich in Wien wohnen derzeit sicher mehr Nicht-Wiener als Wiener und diese Menschen lernen Deutsch und noch dazu Deutsch aus der Werbung und den neuen Geschäften in Wien. Das alte Wienerisch wird von dieser Menschengruppe nicht gepflegt.

So sagt man kaum mehr *kleiner Brauner*, sondern nennt diesen Kaffee *Espresso*, die Wiener Melange verkommt zu einer Milchaffeesorte aus Italien, so als ob Venedig immer noch Teil des habsburgerischen Österreich wäre.

Andererseits bin ich froh, dass die alten Kaffeebezeichnungen für Kaffee im Papierbecher aussterben, denn was kann ein Kaffee schon sein, den man im Gehen trinkt!. Zu einem Kaffee setzt man sich nieder, zündet sich eine Zigarre an und hat die ganze Zeit der Welt.

Auch ich mußte meine Sprache ändern, weil ich seit Jahren nicht mehr in Wien Daheim bin und mich die Leute am Land sonst nicht verstehen würden. Daher lese ich so gern bei Hrn . Dr. Seicher , der auch meine Sprache pflegt. Wikipedia mag ich nicht, doch dies ist lesenswert.

😉

Veröffentlicht von

monika

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Ein Gedanke zu „Blume aus dem Gemeindebau“

  1. Hallo. Vielen Dank für die tollen Ratschläge. Echt super Blogbeitrag! Zu dem Thema habe ich jetzt schon viele nützliche Anregungen gefunden. Viele Grüße, Roslinda Herget

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