Politik lebt blüht und gedeiht – nur wählen mag man nimmer

politischer Karneval Soeren Onez lud zum politischen Blogger Karneval:

„Politikverdrossenheit in Deutschland. Wohin führt uns die Parteiendemokratie? Kritiken, Analysen und Utopien sind gefragt!“

Bevor ich mit meinen Gedanken, Beobachtungen loslege, erkläre ich von welchen Begriffen ich ausgeh. Es hat ja keinen Sinn was zu schreiben,wenn keiner genau weiß was der andere meint, mit dem was er sagt.

Was ist Politik

Politik ist das Öffentliche: die zielgerichteten Handlungen und Ordnungen, die allgemein verbindliche Regeln sozialer Gemeinschaften oder eines oder mehrerer Staaten bestimmen.
Der Begriff wird aus dem griechischen Begriff ‚Polis‘ für ‚Stadt‘ oder ‚Gemeinschaft‘ abgeleitet.

Aristoteles ist einigen vertraut, mir auch, er hat mehr als genug darüber geschrieben und dies fließt automatisch hier mit ein, weil ich es ja nicht mehr aus meinem Kopf *wegdenken* kann.

Soziale Gemeinschaften stellen Regeln auf, die für alle anderen in dieser sozialen Gemeinschaft auch gelten.

Nun ein Staat ist so eine soziale Gemeinschaft.

Genauso wie es ein Verein ist.

Es gibt keine politische Verdrossenheit in Deutschland – diese Aussage ist ein Irrtum

In den letzten Jahren hat die soziale Gemeinschaft – auch in Deutschland – eine Menge an allgemeinen Regeln gesetzt, die für alle in dieser Gemeinschaft gelten. Wer dagegen verstößt wird geächtet.

Beispiele:

1. Wer einen schlanken Körper hat lebt bewusst und gesund und ist erfolgreich.

Keiner weiß genau wieso und warum diese Regel da ist, aber sie ist es. Dicke Menschen werden geächtet.

Dicke Kinder werden verspottet und gehänselt – die Kinder – nicht deren Eltern wohlgemerkt.

2. Wer arbeitslos wurde ist selber Schuld und ein Sozialschmarotzer.

HartzIV Betroffene können ein Lied davon singen. Die Betriebe, die sie entlassen haben, mussten wirtschaftlichen Zwängen nachgeben, außerdem gäb es die Globalisierung und und und….

Keiner weiß woher diese Regel kam, sie ist da , wird gelebt und ist in jeder Kneipe und in vielen Zeitungen mehr als präsent.

Auch in der Welt der Blogger gibt es strenge Regeln von der sozialen Gemeinschaft der Blogger ersonnen, oder weiter transportiert und keiner weiß genau woher wieso.

3. Blogger sind „anders“.
Blogger lehnen Werbung ab.
Blogger bloggen und sind immer kritisch.

Seit 1993 als das Internet auch privat genutzt werden darf, war der klassische Linktausch Standard. Du Webmaster linkst Du auf mich, ich habe da auch ein hübsches Banner. War lange Zeit absolut natürlich.

Unter Bloggern ist sowas verpönnt. In meine Blogroll kommt nur der, den ich lese!

Eine für das Internet völlig neue Regel tat sich auf.

Fazit daher für mich:

>>> Wenn Politik bedeutet, dass eine soziale Gemeinschaft allgemeingültige Regeln aufstellt, kann es in Deutschland keine Politikverdrossenheit geben.

Parteiendemokratie

Die Demokratie (griechisch δημοκρατία, von δήμος, démos – Volk und κρατία, kratía – Macht, Herrschaft, Kraft, Stärke), ursprünglich von Aristoteles abwertend im Sinne von »Herrschaft des Pöbels« gebraucht, bezeichnete zunächst die direkte Volksherrschaft (heute: Direktdemokratie, Radikaldemokratie, Basisdemokratie)

Seit Jahren bedeutet Demokratie: 50,9% haben Recht!

Wenn die Mehrheit recht hat, dann muss alles getan werden, um für seine eigenen Ziele die Mehrheit zu bekommen.

Dies tut jeder. Nicht nur der Politiker.

Unter manchen Bloggern ist es der Run nach mehr Traffic.😉
Da werden die ultimativsten der ultimativsten Listen erstellt, weil dies gibt Punkte.
etc.etc…

Und es wird „Partei“ genommen -entweder für einen sogenannten Alpha Blogger oder gegen ihn. Beides verheißt Erfolg.

Dann gibt es Blogger,die gegen die *ich mag mehr Traffic* wettern und auch diese beziehen „Partei“ und haben damit Erfolg, weil automatisch mehr Traffic.

„Partei nehmen“ bedeutet ja Stellung beziehen.

Geht es aber um die sogenannten politischen Parteien – mögen immer weniger Menschen Stellung beziehen.

Es könnt sich ja beruflich als Bumerang erweisen. Weil es keine Gewissheit mehr gibt, dass Morgen dieselbe Partei – für die man Stellung bezog – noch unter den Mächtigen ist.

Dies bewirkt jedoch, dass der Kleine -dazu zähl ich auch mich – gar nimmer unter den Mächtigen ist und somit im gesellschaftlichen Gefüge immer mehr *ohne Macht* also ohnmächtig wird.

Diese Entwicklung mögen die herrschenden politischen Parteien, weil es ihre Macht stärkt.

Beispiele: Den Telekom Mitarbeitern geht es doch so gut, die verdienen mehr als ich, also ist es doch recht und billig,wenn die jetzt auch was hergeben müssen. etc etc….

Ins Fäustchen lachen sich die Aktionäre.

Meine Zukunftsvision ist dieselbe wie vor vielen, vielen Jahren.

Heute demonstriert, morgen im Anzug mit Krawatte im Mainstream – der einzige Unterschied, die früher trugen dazu keinen Rucksack.

Es gibt keine Politikverdrossenheit.
Es gibt auch keine Parteiendemokratie.

Es gibt Menschen, die sich was zu sagen getrauen und es gibt welche, die dann auch noch was zu sagen haben.

Und es gibt die monitär Reichen, die sichs richten – dies ist aber so alt wie die Menschheit.

Eine bunte, schillernde Welt gibt es, nicht besser als früher,nicht schlechter, bloß *anders*.

Auch Dir einen wunderbaren Tag in dieser Deiner Welt – bloß zum Denken sollt man -also Du und ich niemals aufhören.

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Ähnliche Gedanken fand ich bei :Finkployd Die da oben machen eh was sie wollen.Farli machte sich auf den Weg die Masse an Statistiken zu vergrößern.

Sajonara widmete sich u.a. Luhmann, der den Zusammenhang von Systemen gut erklärt.

„Man spricht von Kommunikationen, die zwischen Systemen stattfinden.“ zb Das System Kneipe mit dem System Stadtverwaltung.;) [meine Ergänzung] – beide hängen direkt miteinander zusammen.

Veröffentlicht von

monika

I love WordPress, handcrafts and Google. I'm a professional WebDesigner and I know something about Internet Marketing. Ich mag WordPress, alles was mit Handarbeiten, Stempeln zu tun hat. Beruflich bin ich WebDesign und Fachfrau für WordPress seit mehr als 10 Jahren.

7 Gedanken zu „Politik lebt blüht und gedeiht – nur wählen mag man nimmer“

  1. Zitat: „Eine bunte, schillernde Welt gibt es, nicht besser als früher,nicht schlechter, bloß *anders*.“

    Anders sein als früher impliziert Veränderung. Und wenn sich etwas verändert hat, dann ist dies je nach Maßstab schlechter oder besser als der Originalzustand.
    Das Schöne an den Veränderungen zu Früher ist jedoch, dass es immer wieder neue Themen gibt, über die man diskutieren (jetzt bloggen) kann. Und vielleicht findet sich hier auch die Politikverdrossenheit.
    Wie du indriekt schon richtig sagst, heißt Politikverdrossenheit ja nicht, dass sich irgend etwas an den Auswirkungen der Politik oder den Handlungen einiger Nutznießer von Politik geändert hat. Aber es könnte ja sein, dass „Politik“ in dem Sinne, wie du den Begriff definiert hast, nämlich als „das Öffentliche“ sich geändert hat. Was ist, wenn es „das Öffentliche“ im Gegensatz zu „dem Privaten“ nicht mehr wirklich gibt? (Vgl. Sennett mit „Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität.“) Wenn dies zutreffen würde, dann hätte sich zumindest eine Sache geändert, nämlich die Art wie wir über Politik diskutieren (und bloggen). Durch den Verlust des öffentliches Raumes mit seinen allgemein verbindliche Verhaltensregeln des Reflektierens über die Handlungen im öffentlichen Raum hat das politische Programm an Wichtigkeit verloren während die Stimmung oder die Sympathie im gleichnen Maße gewonnen hat. Es werden Maßstäbe des privaten Raumes genutzt um über Politik zu urteilen. Wenn dann eine „Verdrossenheit“ durch irgend etwas entsteht, dann heißt dies, dass hier die Gefühle betroffen sind, nicht die Überzeugungen. Vielleicht ist dies die Politikverdrossenheit.

  2. Grüß Dich Robert

    Brot und Spiele für das Volk,dann war es mit der „Politik“ zufrieden.

    Mindestens die Spiele waren ein Appell an die Gefühle.

    Deutschland hat sehr viele Gesetze, die entmündigen.Eltern werden entmündigt was ihre Kinder sehen oder nicht sehen dürfen etc.

    Flickr nahm diese Gesetze so wie sie sind.
    Aufschrei allüberall – und der Überbringer der schlechten Botschaft wurde wie eh und je „getötet“.

    Anstatt,dass all diese Flickr Nutzer sich mit ihrer berechtigten Kritik an den eigenen Staat wandten , krachte es bei Flickr.

    Ein bisschen größeres Brot wurde daraufhin von Flickr freigegeben und das Volk ist zufrieden, weil es weiterhin spielen kann in der tollen Community.

    Ich sehe diesebezüglich absolut keine Veränderung , auch keinen Verlust des Öffentlichen,wenn dann hat die Vernunft verloren.

    Politikverdrossenheit als anderes Wort für Vernunftverdrossenheit …

    lg

  3. Pingback: zenblé

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